Montagsfrage.

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Als ich heute Morgen Buchfresserchens Montagsfrage gelesen habe, dachte ich: Oh, die ist gut. Dazu habe ich etwas zu sagen. Und als ich ihren Beitrag dann gelesen habe, musste ich feststellen, dass das ja eine von meinen Vorschlägen war. Herzlichen Dank! *vbg* Also, dann hier mein Geständnis auf die Frage:

Besitzt du Bücher, die hinten im Regal stehen (oder gar nicht im Regal stehen), weil du dich insgeheim dafür schämst?

Und natürlich hätte ich mir damals diese Frage nicht ausgedacht, wenn sie nicht auch ins Schwarze treffen würde: Ja, ich besitze Bücher aus meiner Vor-E-Book-Reader-Zeit, die entweder in der dritten Reihe – ganz hinten an der Wand – stehen oder unterm Bett liegen – allerdings nicht so viele, wie ihr jetzt meint. Ganz zu schweigen von den E-Books, die hier auf meinem Rechner herumdümpeln. Und natürlich handelt es sich dabei nicht um hoch anspruchsvolle Literatur à la „Die Bedeutung der Familie in den Werken Thomas Manns“ oder „Das Konzept der Freiheit im französischen Existenzialismus“. 😉 Die steht übrigens erstaunlicherweise auch hinten. Nein, ich meine eher die Art von Literatur, die ich lese, wenn ich etwas Anspruchsvolles beendet habe und meine kleinen grauen Zellen etwas Unterhaltung brauchen: historische Liebesschmöker oder Zeitgenössisches mit einer großen Portion Erotik, ggf. auch aus dem Bereich der Gay Romance. Warum schäme ich mich dafür? Weil ich selbst Lektorin bin und in einem Verlag arbeite, der so etwas nie veröffentlichen würde – und meine Kollegen sind teilweise schon mit der Erkenntnis überfordert, dass ich ein Serienjunkie mit einer Schwäche für Science-Fiction, Horror und Co. bin.

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28 Gedanken zu “Montagsfrage.

  1. Das „Die Bedeutung der Familie …“ weit hinten steht, wundert mich nicht. Ich glaube, ich habe sämtliche Werke ähnlichen Inhalts nach meinem Studium entsorgt. Besonders das Thema „die Gebrüder Mann“ und alles, was mit Mörike zu tun hatte. Meinem Prof nach hätte ich mich für Erich Fried schämen sollen. Tue es aber bis heute nicht.😊

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  2. Hallo!
    Danke, dass du dir eine so interessante Frage einfallen hast lassen. 🙂
    Ich bemühe mich sehr, mich nicht für meine Bücher zu schämen, obwohl ich mir in letzter Zeit schon Gedanken über diese „Du hast aber viele Kinderbücher in deinem Regal“-Kommentare mache. Ich hab außerdem alle Klassiker an der Stelle im Regal, die man als erstes sieht. Mit Klassikern im Regal kommt man sich gleich so belesen und gebildet vor. 🙄
    LG, m

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  3. Das ist eine wirklich gute Frage! Gerade bei Gay Romance scheint es ein goßes Scham-Potential zu geben. Ich habe schon vor längerer Zeit auf Goodreads eine Diskussion zu diesem Thema verfolgt und war völlig erschüttert, dass es doch viele Leute gibt, die diese Lesevorliebe tatsächlich ganz aktiv vor ihren Familien (und teilweise auch vor dem Partner) verheimlichen, weil es peinlich und immer noch nicht salonfähig ist.
    Das finde ich sehr schade, denn diese Bücher öffenen einem echt die Augen für mehr Toleranz, es gibt dort jede Menge hochwertige Literatur und auch die kitschigen Groschenheft-Romane haben ihre Berechtigung, wenn sie zum Schaumbad und der leisen Musik den Alltag mit Ärger und Sorgen wegwischen und einem einfach Spaß machen.

    LG Gabi

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    • Ja, das stimmt. Toleranz ist tatsächlich etwas, das ich u. a. durch diese Art Literatur „gelernt“ habe.
      Und was die Groschenhefte angeht: Eine meiner Omas hatte einen ganzen Schrank voll davon in ihrem Haus – Groschenhefte bis zum Abwinken. Und ich habe sie in den Ferien imer gerne besucht. 🙂

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      • Ach ja, richtig (hier muss man sich ein wehmütiges Seufzen denken). Mein schon lang verstorbene Oma hat auch immer diese Groschenhefte gelesen, das hatte ich ganz vergessen. John Sinclair, Western, Arztromane oder auch Nackenbeißer. Und ich hab mir die als Teenager auch immer gerne geliehen und gelesen. 🙂

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    • Das Problem mit der Gay Romance … Ich bin da nicht so ganz auf dem Stand der Kunst. Ich habe mitbekommen, dass es da mittlerweile einen kleinen Hype drum gibt, aber wenn die Qualität ähnlich dem ist, was vor 10 Jahren in dem Bereich veröffentlicht wurde (Hallo Reihe „Junge Liebe“ aus dem Himmelstürmer Verlag), dann schämt man sich zurecht … Im Vergleich dazu war Hedwig Courths-Mahler ein Quell der Innovation und brillante Stilistin. *hust* Das Problem ist dann definitiv nicht das Thema sondern die Umsetzung. 😀
      Ich fand die Frage übrigens schön. Nicht, dass ich morgen zugeben würde, sowas zu tun … Aber es war eine Herausforderung, das Thema elegant zu umschiffen. ^^

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  4. Huhu,

    vielen Dank für diese coole Frage. 😀
    Ich kann auf gewisse Weise nachvollziehen, dass dein Job dich dazu bringt, das eine oder andere Buch eher mal zu verschweigen, sehe das allerdings etwas anders. Ich finde, es geht niemanden etwas an, was ich gern lese, also gibt es auch keinen Grund, mich für bestimmte Literatur zu schämen oder sie gar zu verstecken. Ich habe nie viel auf die Meinung anderer gegeben, also werde ich bei Büchern nicht damit anfangen. 😉

    Viele liebe Grüße,
    Elli

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