Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken

Montagsfrage.

4 Kommentare

montagsfrage_banner
Die Ferienzeit neigt sich in vielen Bundesländern dem Ende zu … aber Buchfresserchen versorgt uns weiterhin Woche für Woche mit einer neuen Frage. Herzlichen Dank! Dieses Mal will sie wissen:

Wie kommst du mit einem offenen Ende oder einem Cliffhanger klar?

Die Antwort lautet: Gar nicht gut. Nein, ich mag weder ein offenes Ende noch Cliffhanger.

Da sich vor einigen Jahren die Unsitte der Trilogien eingeschlichen hat, die ja sehr oft mit Cliffhangern enden, habe ich irgendwann begonnen, diese Reihen erst zu lesen, wenn sie komplett erschienen waren (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Zum einen verhindert das, dass ich Geld für eine Serie rauswerfe, deren Qualität Buch für Buch abnimmt – und deren Ende u. U. unglaublich enttäuschend ist. Zum anderen habe ich bei einer genialen Serie die Möglichkeit, mir gleich die Fortsetzung zu kaufen, wenn ich ein Buch beendet habe – und ich muss nicht erst ein oder zwei Jahre auf eine Fortsetzung warten.
Es gibt aber noch eine weitere Art von Cliffhangern: solche, die im Laufe des Romans als Stilmittel verwendet werden. Die Handlung eines Kapitels bricht an einer besonders spannenden Stelle ab – und dann entführt uns der Handlungsstrang des nächsten Kapitels an einen anderen Ort, zu einem anderen Protagonisten. Ich bin zwar kein Fan dieser Art Cliffhanger – das Stilelement sollte nicht allzu häufig verwendet werden -, verstehe aber, dass man die Spannung auf diese Weise natürlich besser aufrechterhält.

Was ich noch viel weniger mag als Cliffhanger, ist ein offenes Ende. Um es ganz offen zu sagen: Wenn ich mich durch eine Geschichte von 400 oder mehr Seiten gekämpft habe, dann habe ich verflixt noch mal ein Anrecht auf ein ordentliches Ende, im besten Fall ein Happy End. 😉 Einige Autoren halten das weitere Schicksal ihrer Protagonisten relativ offen, um dem Leser Freiraum zu lassen. Er hat die Möglichkeit, sich anhand von Andeutungen selbst auszumalen, wie es wohl weitergeht. Seien wir ehrlich: Die wenigsten Autoren sind nobelpreisverdächtige Schriftsteller, die in der Lage sind, mit künstlerlischen Elementen zu spielen – jene können es sich m. E. erlauben. Aber der normale Verfasser von Unterhaltungsliteratur möge mir bitte ein Buch liefern, aus dem hervorgeht, wie er sich das Ende der Geschichte, das (weitere) Schicksal seiner Figuren und seiner Welt ausgemalt hat. 🙂

Wie seht ihr das: Sollte ein Buch ein „richtiges“, zufriedenstellendes Ende haben? Oder nicht?

Advertisements

Autor: Aequitas et Veritas

Ungesagtes

4 Kommentare zu “Montagsfrage.

  1. Huhu.

    Ein Cliffhanger ohne Nachfolgeband wäre für mich auch ein absolutes No-Go. innerhalb des Buches finde ich es aber total okay.
    Mit offenen Enden kann ich umgehen, wenn sie passen und gut sind – und das ist das Problem, sie sind verdammt schwer zu schreiben.

    Hier mein Beitrag für heute:
    Montagsfrage: Offenes Ende oder Cliffhanger? || Mein Senf für die Welt

    Liebe Grüße
    Marina

    Gefällt mir

  2. Ich brauche kein „richtiges“ Ende, es darf gerne offen sein, allerdings nur, wenn es gut gemacht ist. Bei einem guten offenen Ende spürt man, dass der Autor da etwas bewusst offen lässt, ein schlechtes hingegen wirkt so, als würde da ein Kapitel fehlen, das mag ich dann gar nicht. Grundsätzlich liebe ich aber offene Enden.

    Cliffhanger hingegen sind nicht mein Fall, daher lese ich auch kaum Reihen. Was die Cliffhanger innerhalb eines Buches angeht, so kommt es darauf an. Wenn sie sparsam dosiert sind, okay, wenn aber wirklich jedes Kapitel mit einem offensichtlichen Cliffhanger endet, nervt mich das mehr als es mich bei der Stange hält.

    Gefällt 1 Person

  3. Cliffhanger und offene Enden sind sicher auch deshalb so beliebt bei Autoren (und Verlagen?), weil sie funktionieren… gerade bei den von dir erwähnten Trilogien. Ein offenes Ende kann einem (nicht nobelpreisverdächtigen) Buch auch mehr Gewicht geben, als es von sich aus hätte. Der sehnsüchtige Frustrationspunkt am Ende von „Gone with the wind“ hat zB sicher großen Anteil am Erfolg… 😉

    Gefällt 1 Person

  4. Der Gedanke eines Cliffhangers innerhalb eines Buches ist gut. Ich mag sowas. Aber das WIE ist entscheidend. Manchmal wirken solchen „Enden“ sehr hart und verkrampft. Aber oft geht das gut 🙂

    Gefällt mir

Was Du dazu loswerden willst ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s