Haarig.

Momentan gibt es ein Thema, das mich eigentlich ständig beschäftigt: meine Haare. Ich hatte vor einigen Wochen oder Monaten schon mal darüber geschrieben … und tue es wieder, weil es mich einfach nicht loslässt. Oder weil mich zu viele Haare loslassen.
Es ist schon verrückt: Wir schauen anderen Menschen auf den Kopf, machen uns über tiefergelegte Scheitel von Männern lustig, die mit den wenigen verbliebenen Haaren ihre Glatze abzudecken versuchen oder ihre Haare „seltsam“ kämmen, damit man kahle Stellen nicht sehen kann, oder sogar Haartransplantationen machen lassen – oder die sich vielleicht eine komplette Glatze rasieren, weil das immer noch besser aussieht als die kahle Stelle am Hinterkopf oder auf dem Scheitel. Aber wenn man selbst in einer solchen Situation steckt, das kann ich euch sagen, fängt man an, viele Dinge anders zu sehen. Für einen Mann ist es sicher schlimm, ab einem bestimmten Alter (beim einen früher, beim anderen später) die Haare zu verlieren. Aber ich kann euch sagen: Bei einer Frau ist das gefühlt hundertmal schlimmer.
Bestimmt zwanzig Jahre lang habe ich einen Pixie-Cut getragen. Doch das ist jetzt nicht länger möglich. Ich leide schon seit einem Dreivierteljahr unter sehr schlimmem Haarausfall. Habe die unterschiedlichsten Fachärzte aufgesucht, aber außer: „Die Werte XYZ sind völlig in Ordnung. Nehmen Sie einfach weiter Mittelchen X oder Y. Das wird schon wieder“ kam dabei nichts heraus.
Und irgendwann bestimmt dieses Thema dann alles, was du tust ich tue: Wenn ich mich mit anderen unterhalte, wenn ich an der Supermarktkasse stehe, geschäftliche Termine wahrnehme, Arztbesuche mache, schaue ich den Menschen nicht länger in die Augen. Mein Blick fällt automatisch auf ihren Kopf, und ich denke: Für deine Haare würde ich einen Mord begehen … oh, du hast ja auch dünnere Haare … schöne Frisur … Und im Gegenzug bist du bin ich natürlich auch davon überzeugt, dass andere Leute mir ständig auf den Kopf starren und sich im Stillen über meine schütter werdenden Haare lustig machen oder es zumindest (negativ) wahrnehmen.
Und du denkst ich denke auch an nichts anderes mehr. Spülen: Haare. Kochen: Haare. Fernsehen: Haare. Einkaufen: Haare.
Morgens die Haare zu waschen bzw. fönen, ist für mich hart. Ich kann gar nicht anders. Wenn ich mir die Haare einseife, schaue ich ganz automatisch auf meine Hände, um nachzuschauen, ob daran zwei Haare kleben oder zwanzig. Und wenn ich meine Haare gekämt und gefönt habe, schaue ich ins Waschbecken: Liegen darin vier, fünf Haare oder vierzig? Und wenn Letzeres geschieht, könnte ich heulen. Und tue es auch so manches Mal. Dass ich einen Bogen um Spiegel mache, weil mein Blick nicht auf mein Gesicht und das Make-up fällt, das vielleicht erneuert werden muss, sondern auf meine Frisur,muss ich vermutlich nicht noch erwähnen.
In gut vier Wochen steht der nächste Arzttermin an. Momentan setze ich meine ganzen Hoffnungen darauf, dass bis dahin möglichst viele Haare erhalten bleiben – und dass er einen Lösungsvorschlag hat, der über „Da müssen Sie durch, das wird schon wieder“ hinausgeht.

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Neue Serien im Frühjahr 2018 (Trailer).


The Crossing. An einen amerikanischen Strand werden Leichen angespült, aber auch 47 Überlebende, die auf der Flucht vor einem Krieg sind. Der in ihrer Heimat wütet. In den USA. In 250 Jahren.
Der Trailer sieht gut aus, ein Mystery-Thriller mit einem Schuss SciFi und vermutlich der obligatorischen (Regierungs-/Militär-)Verschwörung. Genau meins! Aber ich kann die Stimmen der amerikanischen Zuschauer schon hören, die der Serie vorwerfen, eine Agenda zu verfolgen (hey, Flüchtlinge!) und Anti-#45 zu sein (ich sag nur: Krieg).
In den USA ab April auf ABC zu sehen.