Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken


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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG.


Heute ist mein erster Urlaubstag! Und natürlich war ich morgens pünktlich um halb 6 wach … Na ja, wird eine Weile dauern, bis ich aus dem Arbeitsrhythmus heraus bin. Allerdings habe ich auf den heutigen Tag gleich zwei Arzttermine gelegt, bei denen ich sicher Stunden in irgendwelchen Wartezimmern und Behandlungsräumen zubringen werde. Außer einem Kontrolltermin beim Zahnarzt geht es schon heute Vormittag in eine nahegelegene Klinik, in der meine Schilddrüse untersucht wird. Da ich schon seit Monaten unter üblem Haarhausfall leide, ist die Untersuchung meiner Schilddrüse meine letzte Idee …

Aber bevor es losgeht, erst einmal zu Goranas Donnerstagsfrage:

Die 5 Filme, die ich als Letztes gesehen habe

Mein erster Gedanke: Verflixt, wann habe ich denn den letzten Film gesehen?! Ich schaue mir schon seit gefühlten Monaten primär Serien an – die Qualität ist ja mittlerweile so großartig, dass man nicht unbedingt auf den nächsten tollen Film wartet. Hier aber meine Liste, wobei ich Fernsehfilme ausgeklammert habe und auch nicht dafür garantieren kann, dass nicht doch ein anderer Kinofilm dazwischen war:

1. Guardians of the Galaxy Vol. 2

Zum Inhalt muss ich hier wohl nichts sagen. Nur so viel: Der 2. Guardians-Film hat mich nicht so „gewowt“ wie der erste. Was nicht bedeutet, dass er grottig war. Gelangweilt habe ich mich nicht.

2. Die Hütte
Nachdem ich das Buch von William Paul Young nicht wirklich mochte, hat mich der Film doch berührt. Es geht darin um Mack, dessen jüngste Tochter auf einem Familienausflug entführt wird. Er versinkt daraufhin in Trauer und Selbstmitleid und entfernt sich innerlich von dem Rest seiner Familie. Eines Tages findet er einen Zettel im Briefkasten, in dem ihn angeblich Gott zu einem Wochenende in einer Hütte einlädt. Obwohl Mack annimmt, dass sich der Entführer (und vermutlich Mörder) seiner Tochter einen Scherz mit ihm erlaubt, fährt er dorthin. Und das, was dann geschieht, wird für ihn alles verändern … Der Film hat mir die eine oder andere Träne entlockt, und ich bin eigentlich nicht der Typ, der im Kino heult.

3. Wonder Woman
Unterhaltsam, aber auch dieser Film hat mich nicht „gewowt“.

4. Hacksaw Ridge
Diesen Film fand ich richtig übel, und das nicht, weil er sehr brutal ist. Sondern weil es wieder einer dieser typischen Ami-Filme ist: Militär, Hurrapatriotismus, Underdog, der sich gegen Widerstände als Held entpuppt, und das Ganze mit einem großen Schuss Religion: Töten ist okay, Hauptsache, du hast deine Bibel dabei.

5. The Spirit of Christmas
Okay, auch ich brauche hin und wieder etwas Romantik: Kate, die ein echter Workaholic ist, hat drei Wochen Zeit, in der Vorweihnachtszeit ein altes Bed & Breakfast schätzen zu lassen und zu verkaufen. Doch dann stellt sich heraus, dass an den 12 Tagen vor Weihnachten in diesem Haus der Geist des ehemaligen Besitzers auftaucht, der natürlich nicht will, dass das Haus verkauft wird. Wobei: Ein Geist ist dieser Mann nicht, er ist seit etwa 80 Jahren nur an diesen 12 Tagen des Jahres ausgesprochen lebendig. Und verflucht. Aber natürlich verlieben sich die beiden und der Fluch endet …

Das waren meine 5 – wobei es durchaus sein kann, dass ich zwischendurch auch noch Underworld – Blood Wars (ich hab einfach eine Schwäche für diese Reihe *sigh*) und Kong: Skull Island (Hauptsache, Tom Hiddleston) geschaut habe.

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Ins Kino gegangen …

Hacksaw Ridge. Zweiter Weltkrieg im Mai 1945: Während des Kampfes um die japanische Insel Okinawa sticht ein einziger Mann aus der Masse der US-Soldaten heraus. Der Kriegsdienstverweigerer Desmond Doss (Andrew Garfield) riskiert alles und kämpft unbewaffnet bis zur völligen Erschöpfung für das Leben seiner verwundeten Kameraden. Vorausgegangen ist diesem heroischen Akt ein wochenlanger Kampf darum, seinem Land nicht mit der Waffe, sondern nur als Sanitäter dienen zu dürfen – und dafür die Verachtung seiner Kameraden zu ertragen.

„Hacksaw Ridge“ wurde bei der diesjährigen Oscar-Verleihung mit zwei Auszeichnungen belohnt (für Bester Schnitt und Bester Ton); nominiert war er sechsmal. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Unter dem Strich würde ich sagen, dass ich persönlich den Film eher so lala fand (sorry …). Vor allem liegt das sicher daran, dass ich ein ganz großes Thema mit amerikanischem Hurrapatriotismus habe, Filmen, in denen ein Underdog sich gegen Widerstände als militärischer Held entpuppt. Im Grunde ist Desmond eine Art Messias, der sein Leben für Freund und Feind gibt und gleich noch seine Widersacher zum Licht führt. Und das Ganze verpackt Regisseur Mel Gibson in Schlachtenbilder, die ihresgleichen suchen. Innereien, abgesprengte Körperteile, wegfliegende Hirnmasse – wie Gibson christlichen Pazifismus und Gewaltbilder zusammenbringt, ist schon irgendwie schizophren. Vielleicht war das der Grund, warum ich zur inneren (christlichen) Motiviation des Hauptdarstellers so überhaupt keinen Bezug bekommen habe – Töten ist okay, Hauptsache, du hast deine Bibel dabei. Ich musste beim Betrachten des Films unwillkürlich an „Die vier Federn“ denken, einen Film, in dem es auch um einen Pazifisten geht, der wegen seiner Entscheidung gegen einen Kriegseinsatz von der Gesellschaft, seinen Kameraden und seiner Verlobten verachtet wird. Seinen Pazifismus fand ich glaubwürdiger und auch konsequenter als den von Desmond, der zwar ohne Waffe in den Krieg zieht, aber im Grunde davon ausgeht, dass seine Kameraden schon die japanischen Feinde niedermetzeln werden.

Meiner Meinung nach hatte der Film aber auch Aspekte, von denen ich gern mehr gesehen hätte. Die für mich tragischste und faszinierendste Figur war Desmonds Vater Tom (gespielt vom genialen Hugo Weaving, der einfach ein großartiger Darsteller ist), der als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft und dort seine Freunde verloren hat. Diese Erfahrungen von Sterben und Tod haben ihn so traumatisiert, dass ihm sein Leben völlig entglitten ist. Er wird zum Alkoholiker und verprügelt mit schöner Regelmäßigkeit Frau und Söhne. Noch fast 30 Jahre später geht er immer wieder zum örtlichen Friedhof, um dort mit seinen gefallenen Freunden zu „sprechen“. An seinem Beispiel kann man sehr anschaulich sehen, wie sein Trauma auch die nächste Generation vergiftet, denn Desmond hat die unkontrollierbare Wut seines Vaters geerbt. Und er wird m. E. nicht primär deshalb zum Kriegsdienstverweigerer, weil er erkennt, dass Töten Sünde ist, sondern weil er am eigenen Leben der zerstörerischen Kraft des Tötens begegnet, als er zweimal aus Wut fast den Tod von Menschen herbeiführt.

By the way: Bin ich die Einzige, die sich gefragt hat, warum die Japaner das Netz an der Klippe nicht einfach abgeschnitten haben, um die Nachschubtruppen davon abzuhalten, überhaupt erst hinaufzukommen?! Und wie kam dieses Netz überhaupt auf die Klippe hinauf?