Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken


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Samstag.



(zum Vergrößern auf die obigen Bilder klicken)

Wir kaufen vor Ort ein und buchen auch Services wie Exkursionen von örtlichen Anbietern. So tragen wir zu einem sicheren Lebensunterhalt und zum Wohlergehen kleiner Küstengemeinden bei. Durch eine Kombination von sozialem, ökologischem und sicherheitsrelevantem Engagement leisten wir einen positiven Beitrag zu unseren Reisezielen. Wir arbeiten mit lokalen Anbietern zusammen, respektieren Traditionen und bringen unserer Zusammenarbeit mit den Menschen und Gemeinden, die unsere Gäste so freundlich empfangen, unsere Wertschätzung entgegen – sowohl an der Küste Norwegens als auch in der Polarregion. Indem wir unseren Reisezielen Mehrwert verschaffen, bauen wir auch ein stärkeres Fundament für unseren eigenen, zukünftigen Betrieb auf.

Das ist ein Aspekt der Philosophie von Hurtigruten – und sie spiegelt sich in den beiden Menükarten wider, die ich von meiner Reise mitgebracht habe. Ich hatte Halbpension gebucht, was bedeutet, dass ich mich über das Frühstückbüfett hermachen durfte (Hoher Yummy-Faktor! Und eine große Auswahl!) und ein sehr abwechslungsreiches Drei-Gänge-Menü zum Abendessen bekam. Oben bekommt ihr einen kleinen Einblick wie unsere Verpflegung aussah: Es bestand sehr oft ein Bezug zum aktuellen Landstrich, aber immer zum Land: Im hohen Norden durften wir z. B. Rentierfleisch genießen, an anderer Stelle gab es einen Bauern, der für seine Marmelade bekannt war, und dann enthielt der Nachtisch auch einen Hauch von dieser Marmelade, ganz zu schweigen vom Stockfisch, dessen Gestelle man in vielen Küstenstädten im Norden sehen kann, etc.

Allerdings bedeutet dies nicht, dass man „essen musste, was auf den Tisch kam“. Diabetiker konnten im Vorfeld mitteilen, dass sie auf süße Nachtische mit (rafiniertem) Zucker verzichten wollten, und bekamen zuckerfreie Alternativen. Wer keinen Fisch mochte, konnte ein alternatives Fleischgericht bekommen. Allergiker konnten ebenfalls ihre Unverträglichkeiten melden und bekamen Alternativen angeboten. Und Kind, die keine Lust auf beides hatten, waren mit Pommes frites und ähnlichem sicher glücklicher. Stilles Wasser (Tap Water) war während des Essens gratis, wenn man Cola, Wein, Bier etc. wollte, musste dies extra gezahlt werden – und Alkohol ist in Norwegen schweineteuer! Allerdings hat man auch die Möglichkeit, unterschiedliche „Pakete“ zu buchen, sodass man täglich eine bestimmte Menge dieser Getränke ohne Aufpreis erhält (Wasserpaket, Bierpaket, Weinpaket).

Wie bekommt man ca. 600 Personen satt, ohne dass das Ganze in ein Chaos ausartet? Nun, beim Frühstücken scheiden sich die Frühaufsteher von der restlichen Bevölkerung; hier bestand freie Tischwahl. Die Auswahl war reichlich, und es wurde auch immer nachgefüllt, wenn etwas leer war. Beim Abendessen gab es zwei Schichten: um 18:30 Uhr und um 20:30 Uhr; Wünsche konnten im Vorfeld mitgeteilt werden und wurden nach Möglichkeit umgesetzt. Darüber hinaus bekam man für die Zeit der Reise einen festen Tisch zugeteilt. Auf diese Weise lernte man schon automatisch weitere Mitreisende kennen – außer, man bestand auf einem Einzel-/Zweiertisch. Was langweilig wäre.

Was ich allerdings noch hinzufügen muss: Am Ende der Reise hatte ich viele unterschiedliche Fischgerichte gegessen, die ausnahmslos lecker waren. Aber ich habe ich nach Pizza, einem Burger und fettigen Pommes gesehnt. Offenbar hatte ich Entzugserscheinungen. 😉

 

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Dienstag. 

Schokoladenpizza – ich weiß noch nicht, ob ich das eklig finde oder lecker … Oder haben wir heute schon den 1. April und ich habe zehn Tage verpennt?

Hier gibt’s übrigens noch mal einen kurzen Artikel zu diesem interessanten … Produkt. Die wichtigste Info: „Über die Kalorienzahl hüllt sich das Unternehmen in Schweigen.“  LOL


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Donnerstag. Oder Random Ramblings

fitline-ernaehrung
Vermutlich sollte ich mich schon im Voraus für meinen folgenden Ausbruch entschuldigen. 🙂 Fühlt euch gewarnt!

Wahrscheinlich hat jeder von uns sogenannte „Trigger“ – Menschen, Ereignisse, Gerüche, Geräusche etc., die bei uns eine bestimmte Reaktion auslösen. Einer meiner Trigger, mit dem ich fast täglich konfrontiert bin, ist gesunde Ernährung. Nicht, dass ich etwas gegen gesunde Ernährung hätte oder gegen Obst und Gemüse. Wogegen ich allerdings etwas habe, sind Menschen, die – vorzugsweise wenn man mit ihnen zusammen isst – nur ein Gesprächsthema haben: Ernährung. Die dann gerade ihren „roten“ oder „weißen Tag“ haben. Die dir weismachen wollen, dass gebratene rote Bete auf jeden Fall einem gebratenen Stückchen Hühnerbrust vorzuziehen ist. Die ekstatisch stöhnen, wenn sie eine Gabel voll gewürzten Tofu essen. Die dir erzählen, wie viele Kalorien die Sahne in deinem Auflauf hat … Aber jetzt mal ehrlich: Habt ihr schon mal gehört, dass jemand, der gerade einen Döner isst, ekstatisch vor sich hinstöhnt? Oder der gerade ein Stückchen Pute mit frischen Champignons futtert?

Nichts gegen Menschen, die gerade Diät machen. Die aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen oder aufgrund von Unverträglichkeiten auf Fleisch und/oder andere Lebensmittel verzichten. Jeder möge bitte nach seiner Fasson glücklich werden. Was ich aber gar nicht ertragen kann, sind Menschen, die ständig Bekehrungsversuche unternehmen und es nicht unterlassen können, anderen zu verstehen zu geben: „Mein Essen ist besser als dein Essen.“ (Und zwischen den Zeilen schwingt dann mit: „Ich bin ein besserer Mensch als du.“)

Eine meiner Kolleginnen spielt diese Klaviatur von oben bis unten durch. Und will – deshalb auch das obige Foto – mir und anderen immer wieder weismachen, dass, mmmh, lecker, angerührtes Pulver ja ein so befriedigendes Frühstück ist. Und dass eine Pfanne Tofu mit Geschmacksverstärker ja die Krone der kulinarischen Schöpfung ist. Sie ist überhaupt nicht mehr in der Lage, über andere Dinge zu reden – alles dreht sich nur noch ums Essen. Das nervt!

Da beiße ich doch lieber noch einmal herzhaft in mein Wurst-Brötchen und schiebe ein Stückchen Gurke hinterher. Und hole das lange Löffelchen aus der Schublade, um es in meinem Nutella-Glas zu versenken.