Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken


Ein Kommentar

Dienstag.


Die haben kürzlich bei uns vor dem Haus geblüht. Sind die nicht wunderschön?

Übrigens bin ich heute Vormittag aus beruflichen Gründen nach Cincinnati/OH geflogen. Ich habe zwar zwei, drei Beiträge geplant, aber trotzdem wird es hier in den nächsten Tagen etwas ruhiger sein. Falls ich im Hotel WLAN zum Laufen bekomme, werde ich mich aber hier und da sicher mal melden. Bleibt schön artig! 😉


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Neue Serien in 2017 (Trailer).

The Alienist. Die Verfilmung des wirklich großartigen historischen Krimis „Die Einkreisung“ von Caleb Carr über eine Gruppe von Menschen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in New York auf die Jagd nach einem Serienmörder begegnen, der es überwiegend auf kleine Jungen abgesehen hat, die sich ihren Lebensunterhalt auf … unmoralische Weise verdienen.
Mit Daniel Brühl, Dakota Fanning, Luke Evans u. a.


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Serienmittwoch #71.


Auch in dieser Woche gibt es eine neue Serienfrage von Corly:

Welche Serie habt ihr zuletzt für euch entdeckt und warum gefällt sie euch so?

Ich habe kürzlich angefangen (okay, die SERIE wird auch erst seit Kurzem ausgestrahlt), „The Handmaid’s Tale“ zu schauen. Warum? Weil ich das dazugehörige Buch (wer es noch nicht wusste: Die Serie basiert auf dem Roman „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood) schon seit vielen Jahren sehr liebe. Falls man überhaupt sagen kann, dass man eine Dystopie liebt. 😉

Margaret Atwood erzählt in ihrem Buch die Geschichte von Desfred (im Film bzw. der englischen Ausgabe heißt sie Offred). Nach einem Staatsstreich kommt es zur Gründung der Republik Gilead durch eine christlich-fundamentalistische Gruppierung. Der Präsident und alle Mitglieder des Kongresses werden ermordet und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Die Armee erklärt den Notstand, Zeitungen werden zensiert und Straßensperren eingerichtet. Vor allem die Stellung der Frau leidet unter den neuen Gegebenheiten: Frauen dürfen kein Eigentum besitzen und haben sich dem Mann vollständig unterzuordnen; ihr Eigentum fällt an den nächsten männlichen Verwandten. Sie haben nur noch eine einzige Aufgabe und Pflicht: Kinder zu gebären. Doch aufgrund einer nuklearen Katastrophe und vielen menschlichen „(Umwelt-)Sünden“ ist die Geburtenrate extrem gesunken; viele Menschen können keine Kinder mehr bekommen. Desfred ist eine der wenigen fruchtbaren Frauen. Deshalb lebt sie als „Magd“ im Haus des Kommandanten und soll für ihn und seine unfruchtbare Frau Serena Joy ein Kind empfangen und austragen.

Warum mir die Geschichte gefällt?
1. Ich habe eine Schwäche für Dystopien, in denen man mir ein glaubwürdiges Weltbild und glaubwürdige Charaktere zeigt – und in denen es nicht nur um die obligatorische Lovestory oder den Love Triangle geht.
2. Atwood sagt zu ihrem Buch, dass sie sich im Grunde nichts ausgedacht hat, das es in der Menschheitsgeschichte nicht schon gegeben hat oder gibt. Ein Rezensent hat zum Buch geschrieben: „… alle Taten sind irgendwann schon einmal begangen worden, die Autorin hat nur die Zeit, den Schauplatz und einige Details geändert und alles in einen neuen Kontext gestellt …“ Das macht diese Geschichte unglaublich bedrückend. Und aktuell.
3. All diese Dinge finden sich in der Serie sehr anschaulich dargestellt – die Farbsymbolik, die bedrückende Atmosphäre etc.
4. Außerdem gibt es wirklich gute Darsteller, die die bekannte Geschichte zum Leben erwecken.
5. Ich bin Woche für Woche froh, dass immer nur eine neue Episode erscheint, denn die Ereignisse schnüren mir so manches Mal die Kehle zu.


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Samstag.

Gerade meinen ESTA-Antrag für die nächste Geschäftsreise in die USA ausgefüllt. Ich liebe den obigen Teil des Antrags. Besonders Punkt 4: Planen Sie die Teilnahme oder haben Sie schon einmal teilgenommen an terroristischen Aktivitäten, Spionage, Sabotage oder Völkermord? Nein, das ist kein Aprilscherz.

(zum Vergrößern aufs Bild klicken)


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Zwischendurchgedanken.

Dont_Panic
Also, entweder ist Trumpcare ein Widerspruch in sich, weil es ihm doch augenscheinlich egal ist, was aus den Armen, den Alten, den Kranken wird.
Oder es ist die beste Erklärung für die Politik, die DT verfolgt, der sich offensichtlich nur um eine Person sorgt. 😉


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Ins Kino gegangen …

Hacksaw Ridge. Zweiter Weltkrieg im Mai 1945: Während des Kampfes um die japanische Insel Okinawa sticht ein einziger Mann aus der Masse der US-Soldaten heraus. Der Kriegsdienstverweigerer Desmond Doss (Andrew Garfield) riskiert alles und kämpft unbewaffnet bis zur völligen Erschöpfung für das Leben seiner verwundeten Kameraden. Vorausgegangen ist diesem heroischen Akt ein wochenlanger Kampf darum, seinem Land nicht mit der Waffe, sondern nur als Sanitäter dienen zu dürfen – und dafür die Verachtung seiner Kameraden zu ertragen.

„Hacksaw Ridge“ wurde bei der diesjährigen Oscar-Verleihung mit zwei Auszeichnungen belohnt (für Bester Schnitt und Bester Ton); nominiert war er sechsmal. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Unter dem Strich würde ich sagen, dass ich persönlich den Film eher so lala fand (sorry …). Vor allem liegt das sicher daran, dass ich ein ganz großes Thema mit amerikanischem Hurrapatriotismus habe, Filmen, in denen ein Underdog sich gegen Widerstände als militärischer Held entpuppt. Im Grunde ist Desmond eine Art Messias, der sein Leben für Freund und Feind gibt und gleich noch seine Widersacher zum Licht führt. Und das Ganze verpackt Regisseur Mel Gibson in Schlachtenbilder, die ihresgleichen suchen. Innereien, abgesprengte Körperteile, wegfliegende Hirnmasse – wie Gibson christlichen Pazifismus und Gewaltbilder zusammenbringt, ist schon irgendwie schizophren. Vielleicht war das der Grund, warum ich zur inneren (christlichen) Motiviation des Hauptdarstellers so überhaupt keinen Bezug bekommen habe – Töten ist okay, Hauptsache, du hast deine Bibel dabei. Ich musste beim Betrachten des Films unwillkürlich an „Die vier Federn“ denken, einen Film, in dem es auch um einen Pazifisten geht, der wegen seiner Entscheidung gegen einen Kriegseinsatz von der Gesellschaft, seinen Kameraden und seiner Verlobten verachtet wird. Seinen Pazifismus fand ich glaubwürdiger und auch konsequenter als den von Desmond, der zwar ohne Waffe in den Krieg zieht, aber im Grunde davon ausgeht, dass seine Kameraden schon die japanischen Feinde niedermetzeln werden.

Meiner Meinung nach hatte der Film aber auch Aspekte, von denen ich gern mehr gesehen hätte. Die für mich tragischste und faszinierendste Figur war Desmonds Vater Tom (gespielt vom genialen Hugo Weaving, der einfach ein großartiger Darsteller ist), der als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft und dort seine Freunde verloren hat. Diese Erfahrungen von Sterben und Tod haben ihn so traumatisiert, dass ihm sein Leben völlig entglitten ist. Er wird zum Alkoholiker und verprügelt mit schöner Regelmäßigkeit Frau und Söhne. Noch fast 30 Jahre später geht er immer wieder zum örtlichen Friedhof, um dort mit seinen gefallenen Freunden zu „sprechen“. An seinem Beispiel kann man sehr anschaulich sehen, wie sein Trauma auch die nächste Generation vergiftet, denn Desmond hat die unkontrollierbare Wut seines Vaters geerbt. Und er wird m. E. nicht primär deshalb zum Kriegsdienstverweigerer, weil er erkennt, dass Töten Sünde ist, sondern weil er am eigenen Leben der zerstörerischen Kraft des Tötens begegnet, als er zweimal aus Wut fast den Tod von Menschen herbeiführt.

By the way: Bin ich die Einzige, die sich gefragt hat, warum die Japaner das Netz an der Klippe nicht einfach abgeschnitten haben, um die Nachschubtruppen davon abzuhalten, überhaupt erst hinaufzukommen?! Und wie kam dieses Netz überhaupt auf die Klippe hinauf?